Ergotherapie

Ergo- oder Beschäftigungstherapie oder der frühere Begriff Arbeitstherapie ist an sich schon ein "alter" therapeutischer Ansatz in der Psychiatrie. Bereits 1886 hat Bleuler darauf Wert gelegt, daß psychisch Kranke sich sinnvoll betätigen, und er betonte, daß durch das praktische Tun und die Beschäftigung mit Materialien der Kranke wieder eine Aufgabe habe, die seinen Alltag strukturiere. Im weiteren war die Arbeitstherapie Teil von rehabilitativen Maßnahmen, um Erwachsene, die bestimmte körperliche Funktionen, z.B. durch einen Schlaganfall oder einen Gliedmaßenverlust verloren hatten oder aber aufgrund psychischer Störungen eingeschränkt belastbar waren, wieder in das Berufsleben durch übende Verfahren einzugliedern.

In der KJP versucht der Ergotherapeut, dem Kind durch ausgesuchte Materialien (handwerkliche Stoffe, Papier, Holz, Ton, Farben usw.) in einer oft spielerisch gestalteten Lernsituation Impulse zur motorischen, sensorischen, geistigen, sozialen und emotionalen Entwicklung zu geben und Handfertigkeiten einzuüben. Das Wahrnehmen visueller, akustischer, taktiler, geruchlicher Reize, und der sachgerechte Umgang mit diesem Reiz- und Materialangebot im Sinne einer Habilitation, ist Inhalt und Vorgehensweise der Ergotherapie. Dabei sind die Übergänge ergotherapeutischer Techniken zu sensomotorischen, heilpädagogischen und verhaltenstherapeutischen Fördermaßnahmen fließend.

In der KJP habe viele Kinder Schwierigkeiten in ihrem Lern- und Arbeitsverhalten. Durch die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien können diese Kinder wieder motiviert werden, sich in kleinen Schritten zielgerichtet einem "Handwerk" zuzuwenden; das Kind will nicht nur mit dem Kopf sondern mit den Händen "begreifen" und gestalten! So erleben wir die Kinder dann häufig ausdauernder, stolz auf ihr vorzeigbares Ergebnis, das möglicherweise in einer Gruppenarbeit entstand. Sie lernen ihre Fähigkeiten besser einzuschätzen, sich mit anderen abzustimmen, sich im positiven Sinn als Ursache von Wirkung zu erleben.